Bildung: Laptops für Lehrer

Kürzlich hörte ich eine Rede von Staatsministerin Scharf - sie stellte darin die Digitalisierung von Schulen als großen Erfolg der Bildungspolitik der CSU dar.

Nun ist ja hinreichend bekannt, dass - besonders auch in Grundschulen - nicht genügend Lehrer zur Verfügung stehen und die Prognosen deuten darauf hin, dass sich diese Situation in den kommenden Jahren noch verschlechtern wird. Darin sehe ich nicht gerade einen Erfolg solider Bildungspolitik.

Weniger bekannt ist aber, dass zwar Schulen zunehmend mit moderner Technik ausgerüstet werden, die Lehrerschaft allerdings vielerorts nicht: will etwa eine Grundschullehrerin ihren Schülern eine Präsentation zeigen, den Umgang mit dem Internet vermitteln oder Informationen daraus zur Unterrichtsgestaltung heranziehen, dann muss sie an vielen Schulen ihren privaten Laptop dafür mitbringen. Das setzt voraus, dass sie einen solchen hat - und bereit ist, ihn für ihre Arbeit einzusetzen.

Jeder private Arbeitgeber, der den Einsatz von digitaler Technik von seinen Mitarbeitern erwartet, stellt dafür PCs oder Laptops zur Verfügung. Die Erwartung ist auch für Lehrer da - schließlich soll die Schule ja die nächste Generation auf den selbstverständlichen Umgang mit den Möglichkeiten der Digitalisierung vorbereiten.

Ich finde, dass mit der Digitalisierung der Schulen auch die Digitalisierung der Lehrerschaft einhergehen muss. Ein fest installierter PC im Klassenzimmer ist schön, aber einfacher im Einsatz ist ein Laptop - und ich setze mich dafür ein, dass jede Lehrerin und jeder Lehrer für die Arbeit ein Laptop bekommt - und zwar alle Lehrer, weil der Unterricht in jedem Fach, jeder Schulart und jeder Jahrgangsstufe vom Einsatz profitieren kann.

Ja, das verursacht Kosten für Hardware, für Einrichtung und Betreuung der Geräte. Aber können wir es uns wirklich leisten, die Möglichkeiten der Digitalisierung nur im Rahmen von außerordentlich hohem, privaten Einsatz einzelner Lehrkräfte zu vermitteln?